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Lebensgemeinschaften / Communities


Deutsch:

Lebensgemeinschaften


Von: Mark Schmid, 18. Juli, 2021


Der Sinn und Nutzen in einer Gemeinschaft zu leben

Der Sinn in einer Gemeinschaft zu leben ist nicht, ökologisch zu leben. Man kann das Leben in Gemeinschaft aber damit verbinden, so wie Ökodörfer und -Gemeinschaften das tun. Der Sinn in einer Gemeinschaft zu leben ist nicht religiös zu leben. Man kann das Leben in Gemeinschaft aber damit verbinden, so wie Klöster, Tempel und andere religiöse Gemeinschaften das tun. Der Sinn in einer Gemeinschaft zu leben ist auch nicht spirituell zu leben oder Spiritualität zu pflegen. Mann kann das Leben in Gemeinschaft aber damit verbinden, so wie spirituelle Gemeinschaften das tun.

Der Sinn in einer Gemeinschaft zu leben ist, die Anzahl menschliche Kontakte und (damit) die Anzahl (besonders) wertvoller Bekanntschaften zu erhöhen. In einem gewissen Sinne also die Anzahlt guter Freunde und Freundinnen. Und dadurch die Pflege der Gemeinschaft, durch das Übernehmen von Verantwortung und durch einen fürsorglichen Umgang miteinander in allen ein Gefühl der Geborgenheit, der Zusammengehörigkeit und das Urvertrauens in sich selbst und in die menschliche Gemeinschaft zu erzeugen.

Das ist zumindest der Sinn in einer Gemeinschaft zu leben gemäss Paul Geheeb. Diese Dinge sind nur in einem Leben in Gemeinschaft möglich und sie erzeugen eine ganz besondere Lebensqualität, die viel besser sein kann als ein Leben ausserhalb von Gemeinschaften aber mit allem Luxus und allem Konsum. Luxus und Konsum dienen meist dazu, das Loch zu stopfen, dass im Mensch unbewusst durch fehlende Gemeinschaft entsteht. Deswegen ist es für viele Gemeinschaften sehr einfach auf Konsum zu verzichten und die Ziele der Gemeinschaft auf Ökologie und Nachhaltigkeit, oder beispielsweise auch auf Spiritualität oder Religion anstatt Eigentum auszurichten. Das muss aber keineswegs sein.

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Meine Erfahrung mit dem Leben in einer Gemeinschaft

Ich (Mark) bin ein Teil meiner Kindheit in der "Ecole d'Humanité" aufgewachsen. Das ist das internationale Internat welches was von der "Schule der Menschheit" von Paul Geheeb übrig geblieben ist. Grob gesagt ging es dort darum, artgerechter zu leben, dass Menschen und die Menschheit zu sich selbst finden und dass sie ihr wahres potential, ihre Individualität und Diversität entfalten und sich selbst sein können, so wie sie eigentlich sind und geschaffen wurden. Ob von der Natur, von der Evolution oder auch von Gott. Ganz naturwissenschaftlich und religiös und spirituell unabhängig. Wer sich mit Pferden auskennt etwa so, wie wenn man Pferde artgerecht und natürlich in der Gruppe hält hält und frei und pferdegerecht erzieht, anstatt sie in Boxen einzusperren und von einander zu trennen und zu isolieren, um sie dann mit Zwang und Gleichschaltung zur Dressur und zum Leistungssport abzurichten.

Für Paul Geheeb bedeutete das unter anderem auch dass Menschen ähnlich wie Indianer und andere vorindustrielle Kulturen wieder in einer Gemeinschaft leben. Zentral ist dabei dass jeder und jede jeden kennt und das die Gemeinschaft durch möglichst viele gemeinsame Tätigkeiten gepflegt wird. Also das genaue Gegenteil der anonymen Massen(tier)haltung der Menschen in der heutigen Leistungsgesellschaft des Kapitalismus, welche die Industrialisierung so rücksichtslos gegenüber den wahren (aber den Menschen selbst oft nicht bewussten) Bedürfnissen der Menschen eingeführt hat. Das Gegenteil also von isolierten Einzelpersonen und Kleinfamilien, alle isoliert in ihren Wohnungen, ohne die Menschen um sich herum zu kennen und ohne intensiven Kontakt und Gemeinschaft mit diesen.

Die Ecole d'Humanité war in erster Linie also eine Kommune oder eine Gemeinschaft, in der Menschen art-, bzw. menschengerecht leben. - Und ihnen das auch hatte beigebracht werden sollen. So habe ich an der Ecole das für den Menschen meiner Meinung nach natürliche und artgerechte Leben in Gemeinschaft kennen und sehr schätzen gelernt. Wer das nicht erlebt hat kann es sich leider nicht vorstellen. Es ist ganz ähnlich wie jemand der nie in einem anderen Land oder einer anderen Kultur war. Wenn man es nicht mit eigenen Augen gesehen und selbst erlebt hat, kann man es sich einfach nicht vorstellen. Wer mal in einem Klassenlager war kann das Ausmass des Unterschieds im Vergleich zum üblichen Schulbetrieb vielleicht nachvollziehen. Es ist ganz einfach eine völlig andere Kultur und ein anderes Leben. Eines das zwar im ersten Moment anstrengend erscheint - und auch ist bis man alle Menschen und die Unterschiede zum anderen Leben gut genug kennt - dafür (dann) aber auch ungeheuer befriedigend ist. So befriedigend dass man sehr viel weniger Konsumieren muss um Einsamkeit, unbefriedigte Bedürfnisse und innere Leere zuzuschütten. Nicht nur mit Alkohol. Diese Dinge gehen ganz einfach fast von alleine weg. Es ist ein Leben in tiefer innerer Befriedigung und einer impliziten (selbstverständlichen) Glücklichkeit und Harmonie, die es ausserhalb einer Gemeinschaft ganz einfach nicht gibt. Wenn etwas dem Paradies nahe kommt, dann ist es wohl das (glückliche) Leben in einer (genügend guten) Kommune oder Gemeinschaft. Ich persönlich empfehle dafür grosse und alte, gut eingespielte Kommunen und Gemeinschaften. Je mehr Menschen, und unterschiedliche Menschen sich darin befinden, umso mehr Freunde und Menschen findet man die man mag und die das Leben deswegen bereichern und die Lebensqualität steigern.

Mir hat das Leben in der Ecole d'Humanité sehr gefallen und ich würde gerne wieder so leben. Niemals zuvor und niemals danach kannte ich so viele Menschen so gut und mochte Menschen so gern wie in der Ecole. Und nirgends lernte ich so viel soziale Kompetenz und so viel Selbstvertrauen im Umgang mit Menschen wie in der Ecole.

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Immer mehr Menschen wollen in Gemeinschaften leben

Paul Geheeb wollte mit seiner "Schule der Menschheit" die nächste Generation der Menschen dazu erziehen wieder in Gemeinschaften zu leben. Er wollte über den Umweg der Erziehung und der Ausbildung der nächsten Generation die Welt und die Menschheit verändern. Die Existenz der Menschen sollte wieder viel artgerechter werden. Ähnlich wie Indianer und Urvölker sollten sie wieder in Gemeinschaften leben, so wie es für dem Mensch gemäss seiner natürlichen Veranlagung, seiner Bedürfnisse und Evolution eigentlich natürlich wäre. Dieser Plan ist leider nicht aufgegangen, was Paul Geheeb zu Ende seines Lebens auch erkannte. Nun zeigt sich aber dass die Wahrheit und der wahre Gedanke dahinter, bzw. das Bedürfnis und der Wert in Gemeinschaft zu leben nicht nur bei ihm, sondern bei immer mehr Menschen Anklang findet. Neuerdings auch im Zusammenhang mit Nachhaltigkeit und Umweltzerstörung. Es entstehen immer mehr Kommunen und Gemeinschaften und immer mehr Menschen wollen in diesen leben. Dazu möchte ich hier zwei Wegweiser zu weiterführenden Informationen machen:

1. Das Global Ecovillage Network: www.ecovillage.org. Dieses reine Internet-Netzwerk scheint zwar recht hohe Gebühren von seinen Mitgliedern zu verlangen, trotzdem hat es sehr viele Kommunen und Gemeinschaften auf der ganzen Welt die darin eingetragen sind.

2. Besonders für deutschsprachigen Raum sehr wertvoll, das "eurotopia" Buch von Michael Würfel aus der Sieben Linen Gemeinschaft in Deutschland. Das ist ein (für diese offenbar kostenloses) Verzeichnis aller Europäischen Kommunen und Gemeinschaften mit einer kurzen Selbstbeschreibung jeder Gemeinschaft. ISBN: 978-3-9816860-3-6, eurotopia-Verzeichnis, Poppau, Ölkodorf Sieben Linden, www.eurotopia.de:

Das eurotopia-Verzeichnis aller Europäischen Kommunen und Gemeinschaften
Bild dank: Mark Schmid, www.MarksSite.com Das "eurotopia" Buch, ein Verzeichnis aller europäischen Kommunen und Gemeinschaften von Michael Würfel aus der Sieben Linden Gemeinschaft, Deutschland. Das marketing-mässig nicht sehr gut aber bewusst fehlende Titelbild steht symbolisch sehr gut für das völlig Unvorstellbare wie das Leben in Gemeinschaft für Menschen ist die es nie selbst erlebt haben.



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