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Paul Geheeb


Deutsch:
Von: Mark Schmid, 12. April, 2021

Paul Geheeb und Edith Cassirer, 1908
Bild dank: Wikipedia.de Paul Geheeb (38) mit seiner zweiten Frau, Edith Cassirer (23), 1908, zwei Jahre vor der Gründung seiner Odenwald-Schule.
Paul Geheeb (1870-1961) war ein ausserordentlich sensibler Mensch der sich mit der Entwicklung des Menschen und damit, was für den Mensch artgerecht ist beschäftigte. Er legte extrem viel Wert auf Individualität, Authentizität und Diversität der Menschen. Darauf dass jeder Mensch sich selbst ist und sein darf, sogar sein soll! Einer seiner (abgeänderten) Lieblingssprüche war einer des griechischen Philosophen Pindar (518 - 438 BC): Werde der Du bist! Das war ihm das höchste Ziel aller menschlichen Entwicklung:

Höchste menschliche Kultur besteht in dem Reichtum möglichst vollkommen, der in ihnen liegenden Eigenart entsprechenden entwickelter Individuen. — Paul Geheeb, Eröffnungsrede Ecole d'Humanité, 17. April, 1934

Paul Geheeb war kein abstrakter oder kalter Mathematiker oder Analytiker der abstrakte Theorien oder Lehren entwickelte. Er war eher eine Art "Gefühlswissenschaftler", der durch Ausprobieren an einem Exempel für artgerechtes Leben für Menschen arbeitete. Er lies sich oft von seinem Gefühl leiten und dieses wies ihm dank seiner Sensibilität und seinem Talent und Interesse am Thema oft mit traumwandlerischer Sicherheit den Weg zu dem finden, was für den Menschen allgemeingültig als artgerecht erachtet werden kann. - Nicht aus religiöser oder esoterischer Sicht, obwohl er sich auch mit diesen Themen beschäftigt hatte, sondern durchaus aus naturwissenschaftlicher Sicht. Leider hat man dies und den Wert von Paul Geheeb und seiner Arbeit bis heute nicht richtig erkannt, selbst an der am Ende seines Lebens geschaffenen Schule der Menschheit, der "Ecole d'Humanité" nicht. Deswegen muss Paul Geheeb bis heute, zumindest gemäss Meinung dieses Autors als ein unerkanntes Genie bezeichnet werden.

Paul Geheeb störte sich extrem an der industrialisierten Gleichmacherei und Gleichschaltung der Menschen. An der Unterdrückung ihrer Individualität, ihrer Kreativität und ihrer Unterschiede in der aufkommenden industriellen Gesellschaft, ihrer Schulen und der Urbanisierung des Menschen. An der Isolation und Trennung der Menschen und der resultierenden Gleichgültigkeit anderen gegenüber in anonymen, industrialisierten urbanen Lebensbedingungen. Er liebte die Natur und Tiere. Er litt, wenig überraschend, auch unter Sexismus, dass Männer hart sein und nur für den Krieg oder die Arbeit bestimmt sein sollten und dass alles weiche, sensible und fürsorgliche für das weibliche Geschlecht reserviert ist. Was bleibt dem Manne da noch anderes übrig, als das Tierische? schrieb er dazu einmal einer feministischen Freundin.

Paul Geheeb lebte an einem Wendepunkt der Geschichte, von 1870 bis 1961, als die Industrialisierung richtig Boden gewann und anfing abzuheben, als sich die heutige moderne Leistungs-, Konsum- und Wegwerfgesellschaft etablierte und sich definitiv zum Bleiben einrichtete. Esoteriker/innen und Tolkien-Fans würden sinnbildlich vielleicht sagen "als die Magie getötet wurde". Paul Geheeb kämpfte und rebellierte gegen die starken Veränderungen der Industrialisierung, bzw. gegen die negativen Aspekte und Schattenseiten für die Menschen, die in Paul Geheebs Lebzeiten besonders schnell voranschritten und deswegen besonders deutlich wurden. Er tat dies hauptsächlich indem er Schulen gründete, in denen und mit denen er junge Menschen gegen diese Entwicklungen wappnen wollte. Ähnlich vielleicht, figurativ ausgedrückt, wie die Jedi-Ritter im Krieg der Sterne Film. "Zurück zur Natur!" war der Leitspruch von Rousseau der die damals in Deutschland aufkommenden Landerziehungsheime beflügelte. Diese waren eine neue Hoffnung, eine neue Alternative zu den staatlichen Schulen und deren geradezu militärischen Gleichmacherei, Zwang und Leistungsdrill, mit denen diese Arbeiter, Produktionseinheiten oder "Nummern" für die damals neue, moderne, industrialisierte Massengesellschaft produzierten. - Pink Floyd "The Wall". Heute spricht man etwas vornehmer von "Fachkräften". In gewissem Sinne war Paul Geheeb einer der ersten Rebellen gegen ein System (Industrialisierung), welches Menschen, ganz ähnlich wie der Film "Die Matrix" es figurativ zeigt, in ausnutzbare Ressourcen verwandelt, ganz ähnlich wie Tiere in Tierfabriken.

Um die Menschheit vor der Industrialisierung und der Entartung ihrer eigenen Natur zu schützen und zu retten, gründete Paul Geheeb als Teil der Landerziehungsheim-Bewegung jener Zeit mehrere Schulen in denen die Menschen zurück zu ihrer wahren Natur und dem richtigen "Menschsein" finden sollten. Menschen sollten dort nicht nur artgerecht lernen sondern insbesondere auch artgerecht leben. Dies weil artgerechtes Lernen für Paul Geheeb mit artgerechtem Leben untrennbar verbunden ist und zusammen hängt. Seiner Meinung nach lernt der Mensch individuell und selbstmotiviert, er entwickelt sich viel mehr. Und dies umso besser, je mehr eine möglichst artgerechte, wohlwollende und diverse menschliche Umgebung vorhanden ist, in dem er oder sie, der Mensch sich ganz individuell und selbstmotiviert das heraussuchen kann, insbesondere von möglichst vielen anderen, verschiedenen, bekannten und vertrauten Menschen, was er oder sie gerade braucht oder interessiert. Dafür gründete er zusammen mit seiner Frau Edith Cassirer (1885-1982) 1910 die Odenwald-Schule und 1934 letztlich die "Ecole d'Humanité", die 'Schule der Menschheit'. Die Idee war, den Menschen und mit ihnen der ganzen Menschheit beizubringen, (zurück) zu ihrer besten Natur, in anderen Worten, zu sich selbst zu finden: Wie sie wirklich sind oder ist und sein sollte(n).

"Wenn die Menschen das würden, was sie mit 14 Jahren sind, wie anders wäre die Welt!" rief einmal Albert Schweitzer aus. Wenn es gelänge, die heranwachsenden Menschen vor Verkümmerung und Selbstkarikierung zu schützen und ihre Individualitäten frei und kraftvoll entwickeln zu lassen: welche unermessliche Bereicherung bedeutete das für die menschliche Kultur! — Aus Paul Geheebs Vortrag 'Leben und Arbeiten mit Kindern', Utrecht, 1936

Paul Geheeb befasste sich mit dem Menschen, sowohl als Individuen, sowie auch mit der Spezies 'Mensch', also mit der ganzen Menschheit und damit auch mit der ganzen Gesellschaft. Er befasst sich mit dem menschlichen Sein, damit, wie Menschen leben und ihr Zusammenleben organisieren und strukturieren. Andererseits aber auch damit, wie Menschen in ihrer Kindheit durch Erziehung und Ausbildung indoktriniert und (aus seiner Sicht) 'industrialisiert', gleichgeschaltet, verdorben und von ihrer wahren Natur, ihrem eigenen, wahren Menschsein entzweit und entfernt werden. Er befasste sich damit, ob Menschen anonym in Grossstädten leben und aufwachsen, wo die meisten Menschen einander nicht kennen und es deswegen zu massenhafter Vereinsamung und Gleichgültigkeit bei den Menschen kommt. Oder ob sie natürlich und artgerecht in sippenähnlichen Gemeinschaften leben, ähnlich wie ein Stamm Indianer, in welchen jeder Mensch jeden anderen kennt und täglich begegnet und die Menschen sich dadurch gegenseitig helfen, tragen und emotional schützen und stützen wie das in der menschlichen Evolution natürlich war. Oder damit, ob Menschen in der Schule gemäss dem Konkurrenzprinzip der modernen, anonymen Massengesellschaft dazu erzogen werden, nicht mit-, sondern gegen einander zu arbeiten und sich gegenseitig nicht zu helfen, sondern zu konkurrenzieren.

Johann Gottlieb Fichte (1762-1814) übte einen starken Einfluss auf den jungen Paul Geheeb aus. Er sagte bereits 1808 in seinen "Reden an die deutsche Nation" zum Thema der Übel der Industrialisierung und der aufkommenden anonymen Massengesellschaft: Die Welt der Erwachsenen ist von Grund auf verderbt.

Bei der Betrachtung von Paul Geheeb und seinem Werk darf man nie vergessen, dass es Paul Geheeb keineswegs nur um Kinder oder deren Erziehung oder Ausbildung ging, sondern dass deren artgerechte Ausbildung und Erziehung für ihn nur das Mittel zum Zweck war. Auch wenn er aufgrund seiner eigenen Sensibilität zweifellos ein sehr grosses Herz für Kinder hatte.

Geheeb glaubte, wie viele andere in seiner Zeit auch, aus heutiger Sicht vielleicht ein wenig naiv, das war damals - mit der erst aufkommenden Industrialisierung und anonymen Massen- und Leistungsgesellschaft aber durchaus noch nicht klar, dass wenn es gelänge, die Kinder, also die nächste Generation anders, besser und natürlicher zu erziehen und auszubilden, und damit gegen die Übel der Industrialisierung und anonymen Massen- und Leistungsgesellschaft durch Lehre und Ausbildung zu "wappnen", dass diese nächste Generation dann ganz automatisch auch die Gesellschaft und die ganze Welt, die Menschheit ändern und zurück auf den "richtigen Pfad" bringen könnten. Eben weg von einer nicht artgerechten anonymen Massen-, Konsum- und Leistungsgesellschaft.. - Dies sofern diese, seine bessere Erziehung und Ausbildung von Kindern nur von allen auf der Welt nachgemacht und sich dadurch durchsetzen und zum Standard werden würde.

Dass Geheeb sich aus diesen Gründen scheinbar fast ausschliesslich nur mit Kindern und deren Erziehung und Ausbildung beschäftigte (er mochte das Wort "Erziehung" überhaupt nicht und wollte dieses aus dem Wortschatz streichen, lieber sprach er von Entwicklung!), und er dafür eine möglichst gute, artgerechte, exemplarische Lebensgemeinschaft, bzw. Schule für Kinder und Jungendliche gründete, und nicht eine Schule oder eine Kommune für Erwachsene, wie das aus heutiger Sicht nötig erscheint, das darf nicht über den enormen Wert seiner Arbeit und seiner Wissenschaft, für alle Menschen, genauso auch für Erwachsene und nicht nur für Kinder, und damit für die ganze Menschheit hinwegtäuschen! Das ist essentiell!

Paul Geheeb, ca. 1948
Bild dank: Wikipedia.de Paul Geheeb, ca. 78 / 1948, vermutlich in der Ecole d'Humanité.

[...] ging Johann Gottlieb Fichte hervor, dessen epochemachende Tat die Forderung war, die Jugenderziehung ausdrücklich in den Dienst des Kampfes ums Menschentum zu stellen und durch "Erziehung" eine völlige Umgestaltung der menschlichen Gesellschaft herbeizuführen. Seine eingehenden Darlegungen der "deutschen Nationalerziehung" in den "Reden an die deutsche Nation" vom Winter 1807/8 bilden eine enthusiastische Paraphrase der schlichten Forderung seines grossen Lehrers Kant: "Eltern erziehen gemeiniglich ihre Kinder nur so, dass sie in die gegenwärtige Welt, sei sie auch ["noch so", - Anmerkung Mark Schmid] verderbt, passen. Sie sollten sie aber besser erziehen, damit ein zukünftiger besserer Zustand hervorgebracht werde." — Aus Vortrag 'Leben und Arbeiten mit Kindern', Paul Geheeb, Utrecht, 1936

Uns beschäftigten also nicht eigentlich die damals in Fluss gekommenen Fragen der Schulreform, vielmehr interessierte uns der Mensch in seiner Totalität. — Geheeb, 1960

So gewiss eine Organisation an und für sich nicht imstande ist, geistiges Leben zu erzeugen, so gewiss vermag eine schlechte Organisation es zu schädigen, ja zu zerstören. — Geheeb, 1955

Als "Organisation" im obigen Zitat gelten insbesondere Strukturen menschlichen Zusammenlebens. Solche wie Paul Geheeb sie an seinen Schulen im Experiment geschaffen hatte oder solche, welche im Vergleich dazu in der restlichen Gesellschaft eben nicht oder seit der Zivilisierung und Industrialisierung der Menschheit nicht mehr existieren. Mit "geistiges Leben" meint Geheeb sinngemäss das wahre Menschentum, der echte, natürliche Mensch. Der Mensch also, der nicht durch die Verderbtheiten der Zivilisation und der Industrialisierung verkrüppelt oder geistig, seelisch oder charakterlich krank ist: Der Mensch der nicht nach dem Konkurrenzprinzip oder der "Pennälermoral" (wie er sich ausgedrückt hatte) im Sinne von 'jeder für sich' und 'alle gegen alle' funktioniert, wie die meisten Menschen das in der heutigen industrialisierten und "zivilisierten" Gesellschaft tun, sondern nach dem Gemeinschaftsprinzip. So wie Menschen das während fast ihrer ganzen Evolution natürlich taten, und so wie Indianer und Urvölker noch heute leben: In gegenseitig unterstützender Gemeinschaft anstatt nicht in anonymer Massengesellschaft in der 'jeder gegen jeden' gilt.

Anders ausgedrückt: So wie ein Pferd in einer Herde lebt oder ein Wolf in einem Rudel. Also der Mensch, der seinen Mitmenschen hilft, mit diesen im praktischen Leben innig verbunden ist und Anteil an ihnen und ihrem Leben nimmt. Im Gegenzug aber auch von diesen und der Gemeinschaft "in Liebe" getragen wird, Geborgenheit, Achtung und Anerkennung erhält und sich entsprechend sozial extrem aufgehoben, sicher und zufrieden fühlt. Erfüllt und in Harmonie mit seinen Mitmenschen. Der Mensch, der sehr viel mehr gute und sehr gute soziale Kontakte zu gut bekannten Menschen, und damit auch gute Freunde und Freundinnen hat (was übrigens auch für eine artgerechte Partnerfindung und Partnerwahl nötig ist) als das in der heutigen modernen, industrialisierten "zivilisierten" anonymen Massen- und Konsumgesellschaft möglich oder der Fall ist.

Paul Geheeb, ca. 1955
Bild dank: Wikipedia.de Paul Geheeb in hohem Alter, ca. 1955 an der Ecole d'Humanité.
In der Idee leben heisst, das Unmögliche behandeln als ob es möglich wäre! — Eines der Lieblingssprichworte von Paul Geheeb, von J. W. Goethe


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English:
By: Mark Schmid, April 12th, 2021

Paul Geheeb and Edith Cassirer, 1908
Image thanks to: Wikipedia.de Paul Geheeb (38) with his second wife, Edith Cassirer (23), 1908, two years before founding his Odenwald-school.
Paul Geheeb (1870-1961) was an exceptionally sensitive man who studied and dealt with the development of humans and with what is appropriate to the species for human beings. He placed major emphasis on individuality, authenticity and diversity of human beings. On every person being allowed and able to be him- or herself, and even should be! One of his favorite (altered) quotes was from the Greek philosopher Pindar (518-438 BC): Become who you are! That was the highest goal of human development for him:

The highest human culture is made up of the wealth of individuals, developed as completely as possible according to their own nature. — Paul Geheeb, Opening speech Ecole d'Humanité, April 17th, 1934

Paul Geheeb was not an abstract or cold mathematician or analyst who developed theories and teachings. He was more a kind of "scientist by feeling", who worked on an example for living appropriate to the species for human beings through trial and error. He often let himself be led by his feelings, and thanks to his sensitivity and his talent and interest in the subject matter, this, with the security and precision of a sleepwalker often led him to what universally and generally can be considered appropriate to the species for human beings. - Not from a religious or esoteric point of view, although he had also dealt with these subjects, but quite much from the point of view of natural sciences. Unfortunately this and the value of Paul Geheeb and his work have not been properly recognized until today, not even in the School of Humanity, the "Ecole d'Humanité" which he had created at the end of his life. That's why up until today, Paul Geheeb, at least according to this author's opinion, must be considered an undetected genius.

Paul Geheeb was extremely dissatisfied with the industrialized making same or leveling out of human beings and forcing them into line, making them conform. With the suppression of their individuality, their creativity and their diversity in the upcoming industrialized society, its schools and the urbanization of human beings. The isolation and separation of people and resulting carelessness for others in anonymous, industrialized urban living conditions. He loved nature and animals. He suffered, not very surprisingly, also from sexism, that men should be hard and predestined for war or for work and that everything soft, sensitive, and protective is reserved for the female sex. What else remains for the man then, than the animalistic? he once wrote on this to a feminist female friend.

Paul Geheeb lived during a turning-point in history, from 1870 to 1961, when industrialization really took hold and started to take off, when today's modern performance- and achievement-oriented consumer- and throw-away society established itself and really settled down to stay. Esoteric people and Tolkien-fans might figuratively say "when magic was killed". Paul Geheeb fought and rebelled against the profound changes of industrialization, or rather against the negative aspects and dark sides or drawbacks, which progressed especially quickly during Paul Geheeb's lifetime and therefore became especially apparent. He did this mostly by founding schools in which and with which he wanted to prepare young people against these developments. Similar perhaps, figuratively speaking, like the Jedi-knights in the Star Wars movie. "Back to nature!" was the motto of Rousseau which inspired the Landerziehungsheime (approved country school) which came up in Germany back then. These were a new hope, a new alternative to the state schools and their nothing but militaristic forcing into line, leveling out and performance drill, with which they created workers, production units or "numbers" for the then new, modern, industrialized mass-society. - Pink Floyd, "The Wall". Nowadays the slightly more noble term is qualified employees. In a sense, Paul Geheeb was one of the first rebels against a system (industrialization), which turns human beings, much like the movie "The Matrix" shows figuratively, into exploitable resources, much like animals in animal farms.

To protect and save humanity from industrialization and the degeneration of their own nature, Paul Geheeb founded several schools as part of the "Landerziehungsheim" movement (approved country school) of that time, in which humans should find back to their true nature and properly "being human". People should not just learn appropriate to the species there, but most of all also live appropriate to the species. This because for Paul Geheeb, learning appropriate to the species is connected and interconnected inseparably with living appropriate to the species. In his opinion, the human being learns individually and self-motivate, much rather develops. And this all the better, the more there is a surrounding human environment which is as appropriate to the species, as well-meaning and as diverse as possible, in which he or she, the human being can very individually and in a self-motivated manner pick out, especially from as many other, different, known and trusted people, what he or she currently needs or is interested in most. For this, together with his wife Edith Cassirer (1885-1982), he founded the Odenwald-School in 1910 and lastly the "Ecole d'Humanité", the 'School of Humanity' in 1934. The idea was to teach human beings, and with them all of humanity, to find (back to) their or its true best nature, or in his words, them or itself: How they really are and should be.

"If human beings would become what they are at the age of 14, how different would the world be!" Albert Schweizer once called out. If it were to succeed to protect the growing up people from atrophy and from self-caricature and to allow them to develop their individuality freely and powerfully: what immeasurable benefit this would be for human culture! — From Paul Geheebs lecture 'Leben und Arbeiten mit Kindern' (Living and Working with Children), Utrecht, 1936

Paul Geheeb dealt with the human being, both as an individual, as well as with the species 'human', in other words, with all of humanity, and therefore also with all of society. He dealt with the human existence, with how humans live and organize and structure their living together. But on the other hand also with how human beings are indoctrinated and (from his perspective) 'industrialized', forced into line, corrupted and separated and distanced from their true nature, from their own, true being human. He occupied himself with whether humans live and are brought up anonymously in cities and urban centers, where most people don't know each other and the result therefore is mass loneliness, isolation and indifference in people. Or whether they live naturally and appropriate to the species in tribe-like communities, similar to a clan of native or first-nation people, in which every person knows every other person and meets him or her on a daily basis, and people therefore help, carry and emotionally protect and support one another as was natural during human evolution. Or with whether humans are brought up in school according to the principle of competition of the modern anonymous mass-society, to not work with each other, but against each other, and to not help one another, but to compete with one another.

Johann Gottlieb Fichte (1762-1814) exerted a strong influence on young Paul Geheeb. In his "Reden an die deutsche Nation" (Speeches to the German nation) he already in 1808 said on the subject of the dark sides of industrialization and the upcoming anonymous mass-society: The world of adults is depraved from the bottom up.

When considering Paul Geheeb and his work, one may never forget that Paul Geheeb's goals were not just children or their upbringing or education, but that their upbringing and education appropriate to the species was just the means to an end. Even if, due to his own sensitivity, he doubtlessly had a big heart for children.

Geheeb like many others in his time believed, seen from today's point of view perhaps a bit naively, but that was definitely not clear yet back then - with the anonymous performance- and achievement-oriented mass-society and industrialization just coming up, that if it were to succeed, that children, in other words the next generation could be brought up and educated better and more naturally, and thereby "safeguarded" through teaching and upbringing against the dark sides or bad side-effects of industrialization and the anonymous performance- and achievement-oriented mass society, that this next generation could then automatically also change society and the whole world, humanity, and bring it back on the right "path". Correspondingly, away from a non-appropriate to the species performance- and achievement-oriented consumer mass-society. - This, as long as this, his better education and upbringing of children were only copied by everyone in the world and thereby gain the upper hand and become the standard.

The fact that Geheeb almost exclusively dealt with children and their upbringing and education (he didn't like the word "Erziehung" (upbringing, education, training) at all, he much preferred to talk about development!), and to this end founded an exemplary living community, or rather a school for children and the youth that was as good and as appropriate to the species as possible, and not a school or community for adults, as seems necessary from today's point of view, this must not mislead, or hide the enormous value of his work and his science, for all people, just as much for adults and not just for children, and therefore for the entire human race! This is essential!

Paul Geheeb, about 1948
Image thanks to: Wikipedia.de Paul Geheeb, about 78 / 1948, probably at the Ecole d'Humanité.

[...] emerged Johann Gottlieb Fichte, who's epoch-creating achievement was the demand that the bringing up and education of the youth is to be placed exclusively in the duty of the fight for humanness and that with "education" a complete redesign of human society is to be realized. His thorough explanations of the "German national education" in the "Reden an die deutsche Nation" (Speeches to the German nation) of winter 1807/8 form an enthusiastic paraphrase of the simple demand of his great teacher Kant: "Parents generally educate and bring up their children only in such a manner, that they fit into the current world, even if that is ["yet so" - Remark, Mark Schmid] corrupt and deprived. But they would better educate and bring them up in such a manner, that a future better condition is created." — From Paul Geheebs lecture 'Leben und Arbeiten mit Kindern' (Living and Working with Children), Utrecht, 1936

So we weren't actually occupied with the questions of school reform which got underway back then, much rather we were interested in the human being in its totality. — Geheeb, 1960

As surely as a organization in and of itself is not capable of creating mental, spiritual or intellectual life, just as surely a bad organization may damage it, yes even destroy it. — Geheeb, 1955

As "organization" in the previous quote is meant most of all structures of living together of human beings. Such which Paul Geheeb had created in his schools by experiment, or such, which in contrast do not, or since the civilization and industrialization of mankind no longer exist in the rest of society. With "mental, spiritual or intellectual life" Geheeb in context means true humanness, the real, natural human being. In other words, the human being which is not crippled or sick mentally, spiritually or in character because of the depravity of civilization and industrialization: The human being which does not function according to the competition-principle or the "grammar-school moral" (how he expressed himself) in the sense of 'every man for himself' and 'everyone against everyone', the way most people do in today's industrialized and "civilized" society, but according to the community principle. The way human beings did naturally almost during the entire time of their evolution, and the way native or first nation people still live today. In a community which supports one another instead of in an anonymous mass-society in which 'everyone against everyone' applies.

In other words: The way a horse lives in a herd, or a wolf in a pack. Meaning the human being who helps his fellow humans, who is closely tied to them in his or her practical daily life, and takes part in them and their life. But in return also gets "carried in love" by them and the community, gets security, respect and appreciation and correspondingly feels socially extremely safe, secure and content. Fulfilled and in harmony with his or her fellow human beings. The human being which has many times more good and very good social contacts to well-known human beings, and therefore also good friends (which, as a side-note, is also important for an appropriate to the species finding and selection of sexual partners) than is possible or the case in today's modern, industrialized "civilized" anonymous mass- and consumer-society.

Paul Geheeb, about 1955
Image thanks to: Wikipedia.de Paul Geheeb at high age, about 1955 at the Ecole d'Humanité.
Living in the idea means treating the impossible as if it were possible! — One of Paul Geheeb's favorite saying of J.W. Goethe


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